Bilder ins HD-Format

Eigenentwicklungen

Doch die ähnlichen digitalen Kerne der Geräte machen auch sonst nicht alles gleich. Die Hersteller müssen nicht alle Funktionen der Audio- und Video-Entschlüsselung im Hauptprozessor des Players erledigen lassen. Pioneer etwa setzt zur Optimierung der Videoverarbeitung, etwa für die Skalierung von DVD-Bildern ins HD-Format, auf einen eigenen Videoprozessor.

Onkyo setzt einen sogenannten Qdeo-Prozessor zur Bildoptimierung ein. Denon dagegen nutzt den Bildprozessor im Mediatek-Chip, hat ihn aber mit eigenen Bildalgorithmen so programmiert, dass der Player vor allem Filminhalte optimal darstellt.

Noch weiter setzen sich die Hersteller in Sachen Audioverarbeitung voneinander ab. Hier liefert der Prozessor nur die digitalen Rohdaten. Für die Veredelung sind die Entwickler jedes einzelnen Herstellern zuständig – und beispielsweise die Digital-Analog-Wandler, die sie einsetzen. Kein Wunder, dass die Unterschiede im Bild- und vor allem im Tontest besonders deutlich ausgefallen sind.

Details unter der Lupe

Weitere Unterschiede zwischen den Playern findet man mitunter erst nach längerer Beschäftigung mit dem jeweiligen Gerät. So lassen sich etwa die beiden Neulinge von Yamaha und Pioneer per iPhone App über das lokale Netzwerk steuern. Aber nur den Yamaha BD-A1010 kann man über die Fernbedienungs-App via Netzwerk ein- und ausschalten. Das hebt zwar den sparsamen Standby-Verbrauch von 0,4 auf 10,5 Watt, beschleunigt aber auch den Einschaltvorgang von 20 auf fünf Sekunden.


Bild vergrößern 361 541 http://img1.magnus.de/image-r361x541-C-d8ec9c03-51761095.jpg Die Pioneer-App steuert alle aktuellen AV-Receiver und Blu-ray-Player von Pioneer mit Netzwerk-Funktionen. Sie bietet für AV-Receiver und Player jeweils mehrere Fenster, für Player etwa eine Touch-Bedienoberfläche mit Cursorkreuz und Menütasten und eine zweite mit Laufwerkstasten. Wer AV-Receiver und Player von Pioneer besitzt, der kann in der App von einem zum anderen Gerät übergeben. © Josef Bleier, Stefan Rudnick
© Josef Bleier, Stefan Rudnick

Die Pioneer-App steuert alle aktuellen AV-Receiver und Blu-ray-Player von Pioneer mit Netzwerk-Funktionen. Sie bietet für AV-Receiver und Player jeweils mehrere Fenster, für Player etwa eine Touch-Bedienoberfläche mit Cursorkreuz und Menütasten und eine zweite mit Laufwerkstasten. Wer AV-Receiver und Player von Pioneer besitzt, der kann in der App von einem zum anderen Gerät übergeben.

Einen Schnellstart-Modus bietet der Pioneer-Player auch. Per App lässt er sich dennoch erst nach dem Einschalten bedienen.

Das Onkyo-Gerät verfügt ebenso über einen Schnellstart-Modus. Zudem kann man sich via Netzwerk wecken lassen. Wer hier aber den Spar-Standby und gleichzeitig die Netzwerk-Steuerung aktiviert, spart am Ende nicht: Statt minimaler 0,1 Watt saugt der Onkyo dann 4,2 Watt aus der Steckdose.

Onkyo und Denon bieten ebenfalls Apps zur Steuerung hauseigener Geräte an, doch die befehligen nur AV-Receiver der Hersteller. Blu-ray-Steuerung via iPhone oder Android-Handys gibt es hier derzeit nicht.

Multimedia-Funktionen

Eher standardisiert geht es wieder in Sachen Multimedia-Funktionen zu: Denon, Pioneer und Yamaha gewähren Zugang zum Online-Videodienst YouTube. Alle drei Player zeigen die Inhalte der Online-Community in der neuen YouTube Leanback-Applikation an. Dabei stehen YouTube-Filme im Vollbildmodus im Mittelpunkt. Auf Wunsch werden Menüs und Suchabfragen eingeblendet.

Das Ganze ist etwas gewöhnungsbedürftig: Ohne weitere Eingaben sieht man nur die (häufig recht sinnentleerten) Top-Clips des Tages. Man kann daneben aber auch durch beliebte Themengebiete stöbern und selbst nach Videos suchen.

Pioneer ergänzt die YouTube-App mit einem Zugang zum Online-Fotodienst Picasa, mit dem man öffentliche und eigene Online-Alben sowie die Fotos von Freunden aus dem Internet auf den TV-Schirm holen kann. Wer den Google-Dienst Picasa nutzt, mag auch die Version auf dem Blu-ray-Player.

Mit den Smart-TV-Angeboten voll vernetzter Player à la Panasonic, Samsung, Sony oder LG können die Internet-Dienste dieser Geräte jedoch nicht mithalten. In den USA sind auch diese Geräte besser vernetzt: Yamaha wirbt auf der Schachtel des BD-A1010 mit Netflix, Blockbuster on Demand und anderen US-Online-Videodiensten. Andererseits sind immer mehr TVs und Set-Top-Boxen durch und durch auf Smart TV getrimmt – wozu sollte das der Blu-ray-Player alles auch noch übernehmen?

Geschwindigkeit zählt

Wie häufig im echten Leben gilt auch hier die Devise: Die Jüngsten sind die Schnellsten. Allmählich sind auch für höherwertige Player mit audiophilem Anspruch glücklicherweise die Zeiten vorbei, als man zuerst die Blu-ray Disc einlegte, dann den Wein dekantierte und ein Steak medium briet, bevor man zeitgleich mit dem Start der Disc wieder auf dem Sofa Platz nahm.

Pioneer und Yamaha als neueste Universalisten starten zügig und lesen auch Discs reibungslos ein. Eine CD war in der Regel nach kaum mehr als zehn Sekunden, eine Blu-ray Disc nach weniger als 20 Sekunden startklar, sofern die Scheiben dabei keine Online-Updates abriefen.

Bei der Bedienung gab es deutlich mehr Differenzen. Die neuen Modelle von Yamaha und Pioneer reagierten am schnellsten auf Fernbedienungsbefehle. Der Denon und der Onkyo offenbarten demgegenüber eine nicht so spontane Menüsteuerung.


Inhaltsverzeichnis


Kleines Spiel für zwischendurch