Testbericht

Test: Receiver Arcam AVR 500 für 3.200 Euro


Stefan Schickedanz

25. Juni 2010

Inhaltsverzeichnis 1/2

Vor einem Jahr machte der Arcam AVR 600 auf der High-End-Messe mächtig Furore. Ein Jahr später debütiert der kleine Bruder AVR 500 auf der Messe und exklusiv in Video-HomeVision. Wer diesen Receiver anhört, vergisst ihn so schnell nicht mehr.

An viele Testkandidaten erinnert man sich schon kurz nach der Veröffentlichung seines Berichts kaum noch. Auf der anderen Seite gibt es Receiver wie den Arcam AVR 600, dem der Autor dieses Tests mit einigen Kollegen eine gute Stunde lang nach Messeschluss auf der letztjährigen High-End-Messe in München in der KEF Lounge lauschte – nur zum Spaß.

Dass ein einteiliges, vergleichsweise kompaktes und bezahlbares Gerät mit fünf anspruchsvollen Schallwandlern vom Typ KEF Reference 207/2 und einem Subwoofer den riesigen Raum zum Beben brachte und dabei mühelos und natürlich wirkte, blieb lange haften.

So war es fast eine Reflexhandlung, unmittelbar nach der Ankündigung des kleinen Bruders, der auf der im Mai stattfindenden Szene-Messe in München Premiere feiert, den feinen Briten zum Test in die Redaktion zu ordern.

Dort angekommen, spaltete der AVR 500 die Belegschaft in Audio- Liebhaber und Bildbesessene. Der Grund: Arcam implementierte in das 3.200 Euro teure Gerät nicht den letzten HDMI-Standard. Erst mit Version 1.4 steht einem Receiver die schöne neue 3D-Welt offen.

Allerdings ist es bei den kleinen Nobelmarken aus Europa und den USA mit ihren langen Entwicklungszeiten und vergleichsweise begrenzten Ressourcen eher die Regel als die Ausnahme, nicht so schnell Trends zu adaptieren wie Denon, Yamaha oder Onkyo, die untereinander in einem knallharten Wettbewerb stehen.

Auf das Thema angesprochen, entgegnete Product Manager Sven Schlicher von GP Acoustics, dass Arcam durch den modularen Aufbau in der Lage sei, neue Standards nachzureichen. Für alle, die sich zunächst auch ohne 3D-Trickfilme zum Heimkino animieren lassen, zeigt der Arcam ein messerscharfes Profil.

Er füllt die Lücke zwischen technisch hochgerüsteten, aber in mechanischer Hinsicht vom Rotstift ausgebremsten Receivern der Massenhersteller und den exorbitant teuren Vor-/Endstufen- Kombinationen der exotischen Manufakturen.

Nur für Erwachsene

Der Arcam AVR 500 in Bildern
Bild vergrößern 709 http://img1.magnus.de/Der-Arcam-AVR-500-in-Bildern-r709x586-C-84df4552-32565990.jpg Der blitzsaubere modulare Aufbau des AVR 500 gliedert sich in den Leistungsverstärker (oberer Bereich), der in Leistung und Effizienz nicht ganz an den AVR 600 (hier abgebildet) herankommt. Andere Baugruppen wie Video- und Audio-Prozessoren sind identisch. Der AVR 600 hat jedoch mehr Anschlussmöglichkeiten wie 7.1 Pre Out, und die optionale Netzwerkplatine gehört zum serienmäßigen Lieferumfang.

Der blitzsaubere modulare Aufbau des AVR 500 gliedert sich in den Leistungsverstärker (oberer Bereich), der in Leistung und Effizienz nicht ganz an den AVR 600 (hier abgebildet) herankommt. Andere Baugruppen wie Video- und Audio-Prozessoren sind identisch. Der AVR 600 hat jedoch mehr Anschlussmöglichkeiten wie 7.1 Pre Out, und die optionale Netzwerkplatine gehört zum serienmäßigen Lieferumfang.

Der Receiver besitzt alle Zutaten, mit denen klangstarke High-End- Stereo-Verstärker aufwarten, kombiniert mit sieben Kanälen und jenen Features aus dem AV-Bereich, die nachvollziehbaren Nutzen verheißen. Und vor allem lässt er sich intuitiv bedienen. Mit anderen Worten: ein Gerät, das sich reifere Menschen wünschen, um sich mit Heimkino anzufreunden.

Schließlich spielen sich nicht nur in vielen Wohnzimmern bei der Inbetriebnahme eines neuen "Kinostars" kleine Dramen ab. Mitunter würde man auch in den einschlägigen Redaktionen Szenen für die versteckte Kamera finden, wenn etwa gestandene Redakteure verzweifeln, weil die AV-Steuerzentrale keinen Ton von sich gibt.

Gerade kleinere Hersteller sind oft nicht in der Lage, den mühsam integrierten techni- schen Overkill auch für Durchschnittskunden bedienbar zu machen.

Die auch über HDMI verfügbaren On-Screen-Menüs sind logisch aufgebaut und so professionell umgesetzt, dass sich große Anbieter daran ein Beispiel nehmen könnten. Praxisgerecht ist auch die Ausstattung, die fünf HDMI-Eingänge und zwei Ausgänge umfasst.

Für die Video-Eingän-ge besteht die Option, die Bildsignale zu konvertieren und bis 1080p zu skalieren. Hochauflösende Formate wie Dolby TrueHD oder DTS Master Audio lassen sich an Bord decodieren.

Optional lässt sich für 500 Euro eine Netzwerk-Platine mit USB- und LAN-Anschluss integrieren. Dann beherrscht der Receiver nicht nur Au-dio-Streaming von NAS-Festplatten oder USB-Sticks, sondern auch Web-Radio. Eine DAB-Tuner-Option für 300 Euro sowie ein iPod Dock für 250 Euro finden sich ebenfalls in der Aufpreisliste.




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