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High-End-Receiver von T+A und Yamaha im Test
Inhaltsverzeichnis
2/3
Im Redaktions-Messlabor dagegen musste sich der Yamaha zumindest in Sachen Power geschlagen geben. Mit über 350 Watt an zwei Ohm war der Name des T+A Programm. Immer noch respektable 212 pumpt der Yamaha an die Lautsprecherklemmen. Mit seiner vorbildlichen Laststabilität könnte der T+A heute, was man seinerzeit besser keinem Vollverstärker zumuten sollte: Der Power Plant wäre mit seinen satten Leistungsdaten (Tabelle Fakten) fähig, so impedanzkritische Boxen wie eine Infinity Kappa 9a oder eine Isophon Vertigo zu betreiben.
T+A Power Plant
Heute sind Lautsprecher glücklicherweise weniger anspruchsvoll, doch sind satte Leistungsreserven nie ein Schaden. Seine gewaltigen Reserven verdankt der T+A seiner Konzeption als Schaltverstärker (PWM-Verstärker, auch Digitalverstärker genannt, siehe Kasten). Auf ein Schaltnetzteil, wie es einige Hersteller nutzen, haben die Entwickler verzichtet. Stattdessen thront im Power Plant ein üppiger Ringkerntrafo, der auch bei stärksten Impulsen kaum in die Knie geht.
Dieser Gefahr geht auch Yamaha aus dem Weg – mit Masse und mit Klasse, denn die Versorgungsabteilung des klassisch beschalteten A-S 2000 ist fürstlich. Da residiert ein gewaltiger Eisenkerntrafo, und vier Elkos mit einer Kapazität von je 22.000 Mikrofarad bürgen für zuverlässige Verhältnisse in jeder Betriebslage. Eisenkerntransformatoren besitzen zwar einen etwas geringeren Wirkungsgrad als Ringkerne, doch speichern sie mehr Energie.
Ein Blick zu den Flanken des Yamaha zeigt große, solide Kühlrippen (das verhindert Vibrationen), sie leiten Wärme von den schuftenden Leistungstransistoren ab. Überhaupt strotzt der A-S 2000 vor Solidität. Oft sind eine Menge elektromagnetischer und mechanischer Störungen aus der Umwelt dafür verantwortlich, dass Komponenten nicht so klingen, wie sie eigentlich sollten.
Schalten: Ein Schaltverstärker verhilft dem Power Plant zu gigantischen Leistungsreserven – und viel Raum im Inneren. Ein Schaltnetzteil dagegen war tabu. Stattdessen vertraut man lieber dem potenten Ringkerntrafo rechts oben.
Aus dem Grunde schirmt Yamaha Baugruppen hier, stabilisiert sie mechanisch dort und setzt vom Eingang bis zum Ausgang auf strikte Symmetrie. Unsymmetrisch anliegende Signale (via Cinch) werden zwangsweise symmetriert. Sich einschleichende Störgeister sollen sich durch Differenzbildung am Verstärkerausgang gegenseitig auslöschen. Dass Yamaha am liebsten den CD/SACD-Player CD S 2000 aus eigenem Hause am Amp sieht, der ebenfalls symmetrisch arbeitet, ist nicht nur legitim, sondern sinnvoll. In der Print-Version HomeVision 3/08 bewies der Spieler Klasse und passt optisch perfekt zum A-S 2000.
Die beeindruckenden Leistungsdaten der Amps, die pure Kraft des T+A sowie die gigantische Bestückung des Yamaha schraubten die Erwartungen hoch. Doch bevor es zur Sache ging, spielten sich beide Kandidaten einen Tag warm. Da konnte ich noch nicht ahnen, wie heiß es im Hörraum tags darauf zugehen sollte.
Binnen weniger Takte verblasste alle technische Theorie, da widmete sich, getreu dem Alphabet, der T+A zuerst der Liszt Sonate für Klavier in h-Moll. Jura Margulis am Horowitz Steinway. Anschlag, Ausschwingen, Stille, Anschlag. Das Werk beginnt minimalistisch, was der Power Plant daraus formte, war dagegen groß und nur selten artig. Er öffnete einen weiten Raum um den Flügel, zog ihn sogar in der Höhe authentisch nach. Die anfänglich sanften Anschläge wachsen zu einem kraftvollen, von enormen Tempiwechseln getragenem Spiel: eine Herausforderung für jeden Verstärker. Doch der mit den magnus.de-Referenzen Audio Physic Avanti verbandelte T+A mochte das. Je gewaltiger und komplexer Margulis` Spiel, umso wilder und leichtfüßiger legte der Heißsporn los und klang niemals eng oder angestrengt.
Wertungskasten
T + APower Plant- taelektroakustik.de
- 1.500 Euro
Verstärker Stereo
75 Prozent
Fazit:Kräfitger Amp mit zupackendem Nasturell und sehr offenem Klang.
- Testurteil
- sehr gut
- Preis/Leistung
- überragend
Der Yamaha indes setzte andere Schwerpunkte. Dem ersten Anschlag gewährte er die düsterere und sattere Klangfarbe, zwei Augenblicke mehr Zeit zu verstummen. Schwere, Last, Durchatmen. Wenige Takte später wich diese dem Stück entsprechende Form der Trägheit erdigem, gehaltvollem Schub. Untere Oktaven tönten schwärzer als über den T+A, mittlere Lagen wärmer, anheimelnder. Dabei fokussierte der Yamaha das Geschehen auf ein vergleichsweise dichtes akustisches Zentrum. Pianist, Intrument, Holz, Lack, Stahl – all das fügte sich harmonisch zusammen. Auch wenn es in komplexen Passagen mal ein Quantum der Harmonie zu viel war. Die dem Steinway eigene, natürliche Härte stellte der T+A klarer dar, differenzierte ebenso feinfühlig und unter Last sogar präziser als der Yamaha. Ganz unten dagegen schürfte der A-S 2000 versessener und brachte schwärzeste Konturen sauberer ans akustische Tageslicht, eroberte die Jury mit authentischen Klangfarben, der Fähigkeit, auch Pausen in der Musik perfekt zu setzen, für sich.
Weitere Eindrücke und das Fazit finden Sie auf Seite 3...
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