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Testbericht

Panasonic PT-AT5000 im Test

Video-HomeVision Roland Seibt

Roland Seibt | Profil | Kontakt
Raphael Vogt | Profil | Kontakt

30. Dezember 2011

Panasonics aktueller Projektor mit vollständig neu entwickelter Basis versucht, alte Tugenden und Fähigkeiten seiner Vorgänger mit modernster 3D-Projektion zu verknüpfen. Wie gut gelingt den japanischen Ingenieuren dieser Geniestreich?

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Es sah schon fast so aus, als zöge sich Panasonic aus dem Geschäft mit Heimkino-Projektoren zurück. Gut ein Jahrzehnt lang stellten die Japaner jährlich ein, manchmal auch zwei neue Modelle vor. Stets brachten sie dabei irgendwelche cleveren Innovationen mit und demonstrierten damit, dass sie vorne mitspielen wollen.

Dazu kommt, dass Panasonic außer den LCD-Panels, die sie beim Marktführer Epson als OEM einkauften, praktisch alle entscheidenden Baugruppen selbst entwickelt und hergestellt hat: vom Signal Processing bis zum Objektiv. Doch seit 2009 stockte es.

Der Panasonic PT-AE4000 war der letzte Full-HD-Projektor einer langen und erfolgreichen Serie. Zwei Jahre lang wurde das Modell nun unverändert verkauft, und es gab lange nicht einmal eine vage Ankündigung, dass etwas Neues am Horizont erscheinen würde.

Auf den Spuren James Camerons

Doch im vergangenen Sommer erfuhr die VHV-Redaktion plötzlich, dass es im Panasonic Hollywood Laboratoy (PHL) eine Neuvorstellung geben soll. Und das PHL ist nicht nur ein Marketing-Gag. Hier wurden maßgebliche Entwicklungen für die Standardisierung der Blu-ray entwickelt und es war eine Zeit lang das erste und einzige Authoring-Studio, das 3D-Blu-rays erstellen konnte.

Im großen 3D-Referenzkino des PHL, wo schon James Cameron Platz nahm, um die 3D-Blu-ray von Avatar abzusegnen, saß im Juli eine Gruppe ausgesuchter Journalisten aus aller Welt und ließ sich den lange ersehnten Projektor demonstrieren. PT-AT5000 heißt er in Europa und basiert auf einer vollständig neu entwickelten Light Engine und einem komplett neuen Chassis.


Natürlich beherrscht er auch 3D. Er folgt wie praktisch alle aktuellen und bezahlbaren Beamer der Shuttertechnik mit LCD-Brillen. Panasonic verwendet die gleichen Brillen wie bei den hauseigenen Fernsehern. Wer also schon einen solchen besitzt und ein paar passende "Nasenfahrräder" besorgt hat, der kann diese nun auch im Heimkino verwenden und dadurch ein paar Hundert Euro sparen.

Neue Plattform mit alten Werten

Schon am Gehäuse kann man leicht erkennen, dass der Neue mit seinen Vorgängern nur noch wenig gemein hat. Das Gehäuse folgt nun nicht mehr dem kubistischen Industriedesign, sondern lehnt sich mehr an Profigeräte an. Das Objektiv wanderte an die linke Seite.

Im Inneren werkelt eine vollständig neue Light Engine, wie Profis die eigentliche Projektionseinheit nennen. Der Kern der neuen Engine sind Epsons neueste und bislang schnellste Full-HDLCD-Panels der Generation D9. Sie lassen sich mit sagenhaften 480 Hertz ansteuern.

Bei all der Neuentwicklung haben die Ingenieure versucht, die innovativen Features der bisherigen Projektoren beizubehalten und – sofern möglich – noch weiterzuentwickeln.

Das beginnt bei der Smooth-Screen-Technik, mit der die Pixel der LCDs optisch minimal so weit vergrößert werden, dass sie die dunklen Zwischenräume verdecken, was zu einer angenehm flächigen und demzufolge sehr analogen Darstellung führt. Dabei verschwindet das Fliegengittermuster auf der Leinwand.

Für echte Kinofans stellt das Lens Memory genannte Objektiv eine geniale Erfindung dar, auf die man, hat man sie einmal genossen, nicht mehr verzichten möchte. Die echten Hardcore-Heimkino-Fans verwenden eine Leinwand im CinemaScope-Format, in dem mehr als die Hälfte aller Hollywood-Filme gedreht werden.

Bislang ließen sich diese Breitwand-Projektionen aber nur mit viel Geld oder großem Fleiß passend beleuchten, denn entweder musste man jedes Mal manuell Zoom, Fokus und Projektionswinkel einstellen oder eine anamorphotische Vorsatzlinse verwenden, die mit Antrieb mehr kosten kann als der ganze Projektor.

Panasonic löste vor ein paar Jahren als erster Hersteller das Problem: durch das Lens-Memory-Objektiv, das verschiedene Einstellungen immer wieder findet. Mit diesem automatisiert sich die Breitwand-Formatumschaltung quasi gratis. Über Schaltsignale ist sogar eine vollständige Automatisierung für einen Leinwand-Cache möglich. Diese werden durch Erkennen der schwarzen Balken im CinemaScope-Film ausgelöst – sehr high-endig.

Auch Panasonics eigene Zwischenbildberechnung namens Frame Creation ist wieder mit an Bord. Dank eines neuen Signalprozessorchips mit zwei Prozessorkernen funktionieren die angepassten Algorithmen nicht nur mit den schnellen 480-Hertz-Panels, sondern sogar während der 3D-Darstellung. Im Gegensatz zu den Bildvermehrern anderer Hersteller funktioniert die Panasonic-Schaltung seit Anfang an auch recht artefaktarm.





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