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Film-Kritik: Sommer in Orange
Eine alternative Kommune mit Nackttanzzwang fällt in die bayrische Provinz ein: In einem oberbayrischen Kaff namens Talbichl treffen 1980 die in leuchtendes Orange gekleideten Anhänger eines indischen Gurus auf CSU-Wähler und Blaskapellen. Aus der Perspektive der zwölfjährigen Lili (Amber Bongard) erzählt Regisseur Marcus H. Rosenmüller ("Wer früher stirbt, ist länger tot") die frische Culture-Clash-Komödie "Sommer in Orange", die nun auf DVD und Blu-ray Disc herrlich unbeschwert und kernig daherkommt.
Erleuchtung in der Provinz
1 von 9In Marcus H. Rosenmüllers "Sommer in Orange" fällt eine alternative Kommune mit Nackttanzzwang in die bayrische Provinz ein.
© MajesticWährend sich die bayrische Schweinshaxn-Union und das vegetarische Lager der Erleuchteten erbitterte Grabenkämpfe liefern, gibt es innerhalb der Kommune Eifersucht und Missgunst statt Peace and Love. Lilis Mutter Amrita (Petra Schmidt-Schaller) verfällt bei einem Seminar dem Vizeguru Prem Bramana (Thomas Loibl). Ihr eigentlicher Lover Siddhartha (Georg Friedrich) ist heimlicher Stammkunde beim Metzger, und Leela (Brigitte Hobmeier) schläft mit dem bayrischen Postboten.
Aus kleinen Episoden entsteht ein wunderbares Puzzle menschlicher Befindlichkeiten. Die sind vor allem für Lili schwer zu begreifen. Das Mädchen ist hin- und hergerissen, sucht seinen Platz in der Welt und macht in ihrer großen Verunsicherung das einzig Richtige - einen Schritt über eine Grenze, die es nur in den Köpfen gibt.
Auch wenn die Figuren nicht frei von Klischees sind, Rosenmüller, dessen neuer Film "Sommer der Gaukler" gerade im Kino läuft, führt sie in seinem entlarvenden Gute-Laune-Film nicht vor. Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihr Bruder Georg Gruber, Produzent des Films, haben als Kinder selbst in einer Sannyasin-Kommune südlich von München gelebt. Auf ihren Erinnerungen basiert "Sommer in Orange", der gerade deshalb sehr natürlich wirkt.
Vorurteile und Klischees gibt es nämlich nicht nur bei den Dorfbewohnern, wie Rosenmüller in seiner lockeren, fantasievollen Inszenierung zeigt, die auf DVD und Blu-ray Disc in satten, kräftigen Farben erstrahlt. Während das DVD-Bild hin und wieder etwas unsauber und rauschig wirkt, überzeugt die BD auf ganzer Linie mit feiner Detailzeichnung, knackiger Schärfe und ordentlichen Kontrasten.
Beim Sound liegen beide Discs gleichauf: Sowohl der Dolby-Digital-Mix der DVD als auch die DTS-HD-Spur der BD bieten einen kräftigen Ton mit klaren Dialogen und satter Soundtrackwiedergabe. Die Surroundboxen werden allerdings etwas vernachlässigt - genau wie der Bonusteil der DVD. Hier gibt es lediglich einen - sehr unterhaltsamen - Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautorin. Die BD bringt fast zwei Stunden unterhaltsames Bonusmaterial - Making Of, Featurettes, Zusatzszenen, Kurzfilm - mit.
| Filminfo | |
|---|---|
| Filmbewertung | ausgezeichnet |
| Filmname | Sommer in Orange |
| Originaltitel | Sommer in Orange |
| Regisseur | Marcus H. Rosenmüller |
| Genre | Komödie |
| Schauspieler | Oliver Korittke |
| Schauspieler | Petra Schmidt-Schaller |
| Schauspieler | Amber Bongard |
| Entstehungszeitraum | 2011 |
| Land | D |
| DVD | |
| Titel | Sommer in Orange |
| Studio | Majestic |
| Vertrieb | Fox |
| Bildformat | 2,35:1 (anamorph) |
| Tonsystem | Dolby Digital |
| Sprachen | Deutsch (5.1) |
| Extras | Audiokommentar Marcus H. Rosenmüller (Regie) und Ursula Gruber (Drehbuch) |
| Freigabealter | 12 |
| Laufzeit | 105 Min. |
| Erhältlich ab | 20.01.2012 |
| Preis | ca. 15 Euro |
| EAN Code | 4010232055552 |
| Anspieltipp | 2 |
| Bewertung Bild | gut |
| Bewertung Ton | gut |
| Bewertung Extras | befriedigend |
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