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Testbericht

Test: Receiver Arcam AVR 500 für 3.200 Euro

Video-HomeVision


Stefan Schickedanz

25. Juni 2010

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Besondere Mataterialien

Der Arcam-Receiver lässt im modular aufgebauten Inneren jene Sorgfalt in Materialauswahl und Detaillösungen erkennen, die Audio-Liebhaber an hochwertigen Stereo-Verstärkern von der Insel schätzen. Der Receiver verfügt über einen riesigen Ringkern-Transformator, der von Klangtüftlern wegen seiner geringen Streufelder geschätzt wird.

Zudem sind die Briten entschlossen gegen Resonanzen vorgegangen. Das antimagnetische Gehäuse besteht aus einem speziellen Verbundwerkstoff aus Aluminium und Sorbothane, einem Kunststoff mit besonderen Dämpfungseigenschaften.

Dämpfer-Pads aus Sorbothane auf elektrischen Bauteilen wie Umschalt-Relais und "Damping Rings" aus Polymer-Kunststoff an Kondensatoren sollen den Klang beeinträchtigende Resonanzen unterdrücken.

Gegen elektromagnetische Störfelder, die besonders in heutigen AV-Receivern mit ihrer digitalen Bild- und Ton-Verarbeitung auftreten, setzen die Entwickler Ferritplatten auf den ICs ein und schirmen den Deckel durch ein leitfähiges "Stealth Mat"-Gewebe aus der Luftfahrt ab.

Wie der Receiver die Theorie in die Praxis umsetzte, war atemberaubend. Der Realismus und das Gefühl, mitten im Geschehen zu sitzen, prägten die Darbietung so stark, dass man auf übliche Klangbeschreibungen und Beispiele verzichten kann. Die Klangfarben und das Timing stimmten auf den Punkt und erinnerten an sehr gute High-End-Audio-Verstärker oder an Vor-/Endstufen-Kombinationen.

Was den Arcam-Receiver in dieser Preisregion ganz besonders aus der Masse heraushebt wie Dom Pérignon aus einer gewöhnlichen Champagner- Auswahl, sind seine kaum zu übertreffende Abbildung und der extrem knackige, satte Bass.

Diese Tugenden führen einerseits dazu, dass die gesamte Hörbühne in allen Achsen wächst und man das Gefühl hat, vor den Interpreten zu sitzen. Ob es sich dabei um Musik in Zwei- oder Mehrkanal-Betrieb oder um Filme handelt, spielt keine Rolle.

Der Arcam gehört nicht nur in den kleinen Kreis der AV-Komponenten, bei denen der Autor aufstand, um sich aus nächster Nähe davon zu überzeugen, dass der Center bei dem passend gewählten Album "Something to Remember" von Madonna (Warner) nicht mitlief.

In diesem Fall hätte er sogar eine ca. 100 Euro teure Flasche Dom Pérignon darauf gewettet, dass die mittlere B&W Nautilus 801 für die extrem stabile und präzise Positionierung der Popdiva verantwortlich war (ein Glück, dass niemand dagegen gewettet hatte).

Die Performance war in plastischer Hinsicht und in Sachen Bass-Fundament sensationell. Der Klangunterschied zum 1.400 Euro teureren Arcam AVR 600 fiel überraschend klein aus und äußerte sich eigentlich nur in geringfügig größeren Reserven und einer Idee mehr Informationen vom ursprünglichen Aufnahmeraum.

Testprofil

Arcam AVR500
www.arcam.de
3.200 Euro

AV-Receiver

80 Prozent

Testurteil
sehr gut
Preis/Leistung
sehr gut

Langlebiger Receiver -Nachrüstungsbeschluss

Der Arcam AVR 500 in Bildern
Bild vergrößern 533 512 http://img3.magnus.de/Der-Arcam-AVR-500-in-Bildern-r533x512-C-2f461fd9-29533612.jpg
Die Verarbeitung und die Konzeption des Arcam AVR 500 zielen auf eine lange anhaltende Verwendung hin. Wer über 3000 Euro für einen Receiver ausgibt, kann bei der kleinen feinen Marke aus England darauf vertrauen, dass sich zukünftige Neuerungen nachrüsten lassen.

So sitzen etwa die Video-Prozessoren auf einer eigenen Platine (Foto) und können leicht ausgetauscht werden, wenn die Technik einen neuen Stand erreicht. Auch Ausstattungsoptionen wie Netzwerk-Anschluss oder DAB-Tuner lassen sich so nachträglich integrieren.

Fazit

Mit dem sehr praxisgerechten AVR 500 hat Arcam sich selbst und die meisten Lösungen der Konkurrenz übertroffen, wenn authentische Klangqualität und intuitive Handhabung an erster Stelle stehen. Ob diese Stärken den vorläufigen Verzicht auf 3D-Bild-kompatible HDMI-Buchsen kompensieren, muss jeder selbst entscheiden. Immerhin bietet der Brite selbst mit Stereo einen 3DKlang, der seinesgleichen sucht.


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