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teleschau - der mediendienst

1. Februar 2012
Interview: Sophia Thomalla - Die Türen sind geöffnet Bild vergrößern 680 715 http://img2.magnus.de/image-r680x715-C-1c0829c6-51780137.jpg © Charles D. / Dirk Bukowski
© Charles D. / Dirk Bukowski
Interview

Sophia Thomalla - Die Türen sind geöffnet

Gerade mal 22 Jahre alt ist Sophia Thomalla. Seit 2006 steht die Tochter von "Tatort"-Kommissarin Simone Thomalla und Schauspieler André Vetters schon vor der Kamera. Nach Auftritten in Serien ("Der Bergdoktor") und Fernsehfilmen ("Die Trixxer") feiert sie mit Mirco Nontschew und Oliver Beerhenke am Mittwoch, 1. Februar, 22.30 Uhr, mit einer Neuauflage der SAT.1-Sketchcomedy "Die dreisten Drei - jetzt noch dreister" Premiere - es sind ihre ersten Gehversuche auf dem komischen Parkett.

Im Umgang mit den Medien ist Sophia Thomalla dagegen schon sehr sicher: Mit ihrer sympathischen Berliner Schnauze redet sie nicht lange um den heißen Brei herum und nimmt auch Fragen zu ihrer Beziehung mit dem 27 Jahre älteren Rammstein-Frontmann Till Lindemann mit Humor. Allzu Privates lässt die gut gelaunte Jungschauspielerin allerdings nicht durchblicken.

teleschau: Frau Thomalla, Sie dürfen bei "Die dreisten Drei - jetzt noch dreister" viele Facetten zeigen. Welche macht Ihnen am meisten Spaß?

Sophia Thomalla: Oh je, das ist schwierig. Wir haben am Tag ungefähr zehn verschiedene Charaktere gedreht ...

teleschau: Wie hart ist es, sich bei den Dreharbeiten ständig in eine andere Figur zu verwandeln?

Thomalla: Das ist toll, weil ich in ganz kurzer Zeit die Möglichkeit habe, mich auszuprobieren. Durch die lockere, lustige Atmosphäre am Set ist die Arbeit am Ende gar nicht so hart.

teleschau: Die Sketche sind sicher eine gute Schule für eine junge Schauspielerin ...

Thomalla: Auf jeden Fall. Ich lerne jeden Tag dazu. Die Sendung ist für mich die erste Erfahrung mit Comedy. Da bin ich dankbar, dass ich so großartige, erfahrene Kollegen habe: Mirco und Olli unterstützen mich und sind gute Lehrer.

teleschau: War es für Sie als Tochter zweier Schauspieler ein logischer Schritt in die Branche?

Thomalla: Als "logisch" bezeichne ich gar nichts in meinem Leben. Es sieht natürlich so aus, weil viele Kinder von Schauspielern diesen Weg gehen. Aber es gab auch Zeiten, gerade als ich noch jünger war, in denen ich nicht Schauspielerin werden wollte. Es hat mich einfach nicht gereizt. Wahrscheinlich hing es damit zusammen, dass ich zu oft mit meiner Mutter am Set war. Da war die Arbeit beim Film für mich nichts Spannendes mehr.

teleschau: Haben Sie schon früh verstanden, was das für ein Beruf ist, den Ihre Mutter hat?

Thomalla: Klar, ihre Arbeit hat mich schließlich schon als kleines Kind betroffen. Wir waren viel unterwegs. Und wenn meine Mutter mich nicht mitnehmen konnte, musste ich eine Zeitlang ohne sie auskommen.

teleschau: Letztlich waren Sie sich dann aber doch so sicher, dass Sie spielen wollten, dass Sie sogar die Schule abbrachen ...

Thomalla: Richtig, um auf die Schauspielschule zu gehen. Als ich 2006 meine erste Fernsehrolle in der ARD-Krimireihe "Commissario Laurenti" bekam, war das ein Aha-Erlebnis für mich: Mir wurde klar, dass ich nichts anderes machen will.


teleschau: Hatten Sie es mit Ihrem Namen leichter in den Beruf einzusteigen?

Thomalla: Die Türen öffnen sich einem tatsächlich sehr leicht. Aber je weiter man kommen will, desto anstrengender wird es, weil die Leute sehen wollen, dass man wirklich etwas kann. Dann ist der Nachname eher ein Nachteil.

teleschau: Außerdem beobachtete die Presse Sie von Anfang an. Wie war es für Sie, dass zum Beispiel Ihre neue Liebe sofort durch die Klatschspalten ging?

Thomalla: Es wurde zwar über Till und mich geschrieben, aber wir haben uns aus dem Rummel völlig rausgehalten. Bislang gibt es keine Statements oder private Bilder von uns, und die wird es auch in naher Zukunft nicht geben. Ich finde, jeder Promi, der sich darüber beschwert, dass ihn alle Welt mit seinem Privatleben belästigt, ist selbst schuld: Niemand ist gezwungen, Details preiszugeben, sondern man kann sich hierzulande immer noch sehr gut zurückziehen. Wir haben das Leben in unseren vier Wänden jedenfalls bis heute vor der Öffentlichkeit beschützt.

teleschau: Im Zweifelsfall könnten Sie sich gegen aufdringliche Journalisten sogar verteidigen: Sie sind seit Ihrer Kindheit leidenschaftliche Kickboxerin.

Thomalla: Stimmt. (lacht)

teleschau: Das klingt nicht so, als seien Sie ein typisches Mädchen gewesen ...

Thomalla: Doch, was meine Klamotten und Spielsachen anging schon. Aber ich betrieb schon immer eher "Männersport".

teleschau: Sie gelten als rebellisch. Würden Sie das unterschreiben?

Thomalla: Überhaupt nicht. Das hieße ja, dass ich mich gewollt auflehnen würde. Aber ich weiß gar nicht, woran die Leute das festmachen.

teleschau: Vielleicht weil Sie sich auch schon mal die Haare abrasieren und sich Tattoos stechen lassen?

Thomalla: Wahrscheinlich. Das betrachten viele Menschen womöglich als Irrweg ... (lacht) Aber das meine ich nicht als Provokation, sondern ich mache das, weil es mir gefällt. Wenn andere das nicht mögen, ist das ja nicht mein Problem. Dafür kann ich mit all den Stylingtipps in den Modeblättern nichts anfangen.

teleschau: Sie haben sich Ihr erstes Tattoo mit 17 Jahren stechen lassen. Hat Ihre Mutter da nicht protestiert?

Thomalla: Nein. Sie wusste ganz genau: Wenn sie es mir verbietet, warte ich damit ohnehin nur noch ein paar Monate bis ich 18 bin.

teleschau: Die Bilder und Schriftzüge, die Sie tragen, sind sehr persönlich. Aber was passiert zum Beispiel, wenn Sie sich - wir wollen es nicht beschreien - mal von Ihrem Partner trennen?

Thomalla: Ach, aus "Till" lässt sich ja viel machen - "Till The End" oder so was. Aber ich glaube, darüber muss ich mir in nächster Zukunft keine ernsthaften Gedanken machen.

teleschau: Sie haben sich auch ein Porträt Ihrer Mutter stechen lassen. Das ist ein großer Liebesbeweis. Waren Sie schon immer ein Herz und eine Seele?

Thomalla: Ich empfinde unser Verhältnis als nichts Besonderes. Wir sind wie andere Mütter und Töchter auch und haben auch unsere Auseinandersetzungen. Aber wir lieben uns eben sehr innig und sind sehr offen zueinander.

teleschau: Wie ähnlich sind Sie sich?

Thomalla: Gar nicht, außer dass wir beide sehr ehrgeizig und humorvoll sind. Ich denke aber beispielsweise, dass ich vieles leichter nehme als meine Mutter, aber vielleicht ist das noch die Jugend, die aus mir spricht.

teleschau: Womöglich, Sie sind erst 22 Jahre jung ...

Thomalla: ... aber ich fühle mich älter. Ich arbeite jetzt schon seit sieben Jahren in dem Beruf und habe schon viel erlebt. Da zieht das Leben rasend schnell an einem vorbei - Wahnsinn!

teleschau: Was muss da ein Mann mitbringen, um bei Ihnen mitzuhalten?

Thomalla: Er muss reif und intelligent sein. Und ich stehe auf Machos.

teleschau: Mit Ihrer direkten Art kommen aber wahrscheinlich nicht alle Männer klar.

Thomalla: Die Guten schon!

teleschau: Hatten Ihre Kollegen Mirco Nontschew und Oliver Beerhenke Berührungsängste?

Thomalla: Zum Glück nicht - Mirco und ich kannten uns allerdings auch schon länger. Die Chemie stimmt bei uns dreien einfach, und wenn die Zuschauer wollen, kann es auch etwas Dauerhaftes mit uns werden.



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